Protest ist überall – und erst recht in der Kölner Südstadt! Dieser Audiowalk begeht mit Ihnen – oder vielmehr Sie mit ihm – sechs Orte, rund um das FREIE WERKSTATT THEATER. Ausgangspunkt ist der Hof des Theaters im Zugweg 10, 50677 Köln.
Die Reihenfolge der folgenden Tracks ist ein Vorschlag. Fühlen Sie sich frei, die Route des Hörspaziergangs beliebig zu verändern, nur einzelne Stationen auszuwählen oder sich die Tracks zuhause auf dem Sofa anzuhören. In jedem Fall wünschen wir Ihnen eine reich gefüllte Zeit!
Für die Theaterabende empfehlen wir 2-3 Stationen zu besuchen: Stationen 1, 5 und 6 sind in unmittelbarer Nähe des FWTs.
02. + 03. November, 13. + 14. Dezember 2019, jeweils 20.00 Uhr Alte Feuerwache Köln
27. – 29. Februar,19. + 20. Mai 2020, jeweils 20.00 Uhr Freies Werkstatt Theater Köln
2018 – 2020
Mit VERSCHWINDENDE ORTE entsteht eine musiktheatralische Choreografie über unser Verhältnis zur Macht. Anhand des radikalen Verlustes, den der Abriss von 21 Orten im Zuge des rheinischen Braunkohleabbaus bedeutet, fragen wir nach der Verhältnismäßigkeit der Brachialität des Tagebaus gegenüber der vermeintlichen Machtlosigkeit der Umsiedler:innen. Anhand von Interviews, Fieldrecordings und einer im Prozess entstehenden Komposition, erforscht das Künstler:innenteam, dass sich aus den Genres Theater, Neue Musik, Tanz und einem Laienchor aus den Umsiedlungsgebieten zusammensetzt, was die Kraft der Stimmen und Körper der vermeintlich Schwächeren gegenüber einer scheinbar unverrückbaren Macht alles vermag.
Mit Fiona Metscher (Schauspiel) und Ute Eisenhut (Schauspiel/Gesang) | Chor Chorgemeinschaft Cäcilia Tenholt/Granterath/Hetzerath | Bratsche Axel Lindner | O-Töne Marlies Bereit, Hans-Josef Dederichs, Elisabeth Hoffmann-Hein | Inszenierung/Konzeption Eva-Maria Baumeister | Dramaturgie/Konzeption Stawrula Panagiotaki, Nina Rühmeier | Komposition/Musikalische Leitung Oxana Omelchuck | Choreografie Chor Sonia Franken | Bühnen-/ Kostümbild/ Konzeption Lena Thelen | Produktionsleitung Eva Maria Müller/ littlebit GbR | Künstlerische Mitarbeit Anna Gaden | Lichtdesign/Technik Luise Roßbach, Roman Sroka | PR neurohr & andrä GbR | Grafik Inge Paessens
Presse
„Ein beeindruckender theatraler Aufschrei zwischen verzweifelter Unmittelbarkeit, ästhetischem Kunstanspruch und Hilfslosigkeit.“
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„Ein starker Stoff für ein engagiertes dokumentarisches Theaterprojekt. (…) Ein behutsamer Abend über das Verschwinden – von Tönen, Traditionen, Utopien.“
Kölner Stadt-Anzeiger
„Die vermeintlich Ohnmächtigen haben eine Stimme und fühlen sich von der aktuellen „Hambi“-Bewegung durchaus bestärkt. Das geht nah, umso mehr, als sichdas Team für die „musiktheatralische Choreografie“ nicht auf das Dokumentarische beschränkt, um nach Entmündigung, Solidarität und Widerstand, durchaus auch nach Zwiespalt zu fragen. Eine fiktive Architektin (eindringlich FionaMetscher) spiegelt Revolte wie Resignation und entfaltet vor einer fragilen Glasharfe ihre Utopie einer besseren (Lebens) Energie.“
Kölnische Rundschau
Koproduktion mit Freies Werkstatttheater Köln
In Kooperation mit Alte Feuerwache Köln
Gefördert vom Kulturamt Stadt Köln, Kunststiftung NRW, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen
Ob in Belarus, den USA, in Myanmar, Chile, Hongkong oder Stuttgart – selten sind so viele Proteste parallel (wieder)aufgeflammt wie in unseren pandemischen Zeiten. Welche Worte werden skandiert, welche Sounds produziert? Welche Klänge tragen sie?
In einem Parcours aus performativen, installativen und interaktiven Elementen macht *POLAR PUBLIK Facetten und Werkzeuge des Protestierens hörbar, sichtbar, greifbar. Denn: Proteste sind potenziell mächtige – und konstruktive – Kommunikationsformate. Aber wie bringen Menschen ihre Haltung friedlich, offen und kreativ in die Öffentlichkeit? Und wer steht auf und erhebt seine Stimme, wenn ich es nicht tue?
»Der anschwellende Chorgesang erweist sich als belarussisches Schlaflied, das die mutigen Frauen in Belarus dem Diktator Lukaschenko als feinsinnigen Protest gesungen hatten. Ein leises Fanal, gerichtet an die dröhnenden Diktatoren in aller Welt, das auf sehr berührende und anschauliche Art und Weise den Zuschauern vor Augen führt, wie man äußere und innere Widerstände mit subtilen Mitteln und Mut überwinden kann.«
KölnerStadt–Anzeiger
»Sprachlosigkeit, Unwillen, Mutlosigkeit – nur selten hat eine Theaterinszenierung euch so herausgefordert, wie es LET’S SING ANOTHER SONG! – PROTEST! vermag.«
23./24. Februar 2024, Gastspiel im Theater im Depot, Dortmund
21. + 22. Januar,
30. + 31. März 2023, Freies Werkstatt Theater
2023
„Ich bin, weil du bist.“, heißt es in der subsaharischen Ubuntu-Philosophie. Wir alle brauchen ein Gegenüber, um als soziale Wesen existieren zu können, brauchen Menschen, die uns antworten und uns unsere Wirksamkeit empfinden lassen. Doch in Kontakt zu sein, bedeutet auch, mit uns selbst und der uns umgebenden Welt in einer resonanten Beziehung zu „schwingen“ (Hartmut Rosa).
Wo – und wie – können wir in Zeiten der Benutzeroberflächen und des social distancings Resonanz noch erleben? Und ist die zunehmende Polarisierung unserer Gesellschaft nicht vielleicht auch Symptom eines Mangels an Resonanz?
Im Frühjahr 2022 konnten wir unsere künstlerische Recherche zum Phänomen der Resonanz im Rahmen einer Residenz am Freien Werkstatt Theater Köln beginnen. Gefördert wurden wir dabei aus Mitteln des Programms NEUSTART KULTUR #TakeHeart in Verbindung mit dem flausen+ bundesnetzwerk.
»Ein kleiner, so sinnlicher wie instruktiver Abend über ein großes Thema.«
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»ALLES IN STRÖMEN – DAS VERSPRECHENDER RESONANZ ist keine gewöhnliche Aufführung. Geleitet von Hartmut Rosas Ideen über die Resonanz, lädt Polar Publik dazu ein, sich auf eine gemeinsame Suche zu begeben, sowohl akustisch als auch körperlich, und integriert das Publikum auf ungewöhnliche Art und Weise. Zwischen Post-Social-Distancing Erfahrungen und Einsamkeitskampagnen bringt diese Inszenierung den Betrachtenden nahe, wie wichtig ein soziales Miteinander für uns als Gesellschaft ist.«
In BEFORE YOUR VERY EARS – vor Euren eigenen Ohren! versammelt *POLAR PUBLIK das im Rahmen Ihrer Arbeiten entstandene akustische Material unter der Fragestellung:
Welche Resonanzerfahrungen sind Schlüsselmomente, die zu persönlichen oder gesellschaftlichen Umbrüchen führen?
Welche Erfahrungen ändern unsere Blickrichtungen, unser Selbstverständnis oder gar unseren Lebensentwurf?
Aus der der Sammlung unseres Audioarchivs hört das Publikum Ausschnitte hoffnungsvoller Mutgeschichten, persönliche Erzählungen von Umbrüchen, Soundcollagen aus O-Tönen der Proteste in Belarus und Kompositionen. Dabei bewegt es sich in einem Raum, der selber Klangkörper ist und dazu einlädt, sich einmal ganz auf die eignen Ohren zu verlassen.
Zehn Menschen sitzen um einen festlich gedeckten Tisch, vielleicht sind sie gemeinsam an diesen Ort gekommen, vielleicht haben sie einander nie zuvor gesehen. Essen, Getränke sind reichlich vorhanden. Oder fehlt es an etwas? Vielleicht an etwas Ungreifbarem, Nicht-Materiellem? Oder doch an etwas ganz Konkretem? Was bedeutet Mangel in einer Welt des Überflusses? Wo tritt er zutage? Und für wen überhaupt? Und wie wirkt er sich aus?
Mit unterschiedlichen performativen Methoden eröffnet PROVIANT einen Dialog, der mit Sprache – vor allem aber jenseits davon – die persönlichen Erinnerungen und Erlebnisse aus verschiedenen, einander auch fremden Lebensrealitäten erfahrbar werden lässt.
02.07.2023 Droste Festival 2023, Center For Literature, Burg Hülshoff
11.+12.03.2023 / Alte Feuerwache Köln
21.5. +24.+25.6.2022 im FWT
Foto: *POLAR PUBLIK
Stimmen:
„…Das war wirklich ein ungewöhnlich schönes Erlebnis.(…)Es hat bei mir sehr viele neue Gedankengänge ausgelöst. Und ich habe eine grundsätzlich liebevollere Art, jetzt auf meine Mitmenschen zu sehen, vermute viele interessante Geschichten bei ihnen.“
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„…ein großes Dankeschön für die wunderschöne Atmosphäre, die Ihr kreiert habt. Es war ein sehr inspirierender Nachmittag. Ich hätte da noch einige Stunden sitzen können. Einen kleinen Einblick in eure Recherchen und Ergebnisse hätte ich gerne noch gehört. Dafür freue ich mich umso mehr auf Dezember!“
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„…Was sich mir sofort aufdrängte war ein Artikel, den ich gelesen habe. Es wurde beschrieben, wie Soldaten eine Schule für Wochen als Lager okkupiert hatten, die Spuren, die sie hinterlassen hatten und vor allem die Gerüche. Sofort konnte ich es riechen, ich wurde den Geruch nicht mehr los. Und leider hat er all die wunderbaren‚ Geruchserinnerungen‘ überlagert, die ich gespeichert habe: der Geruch von blühendem Jasmin, von Babyhaut, der Geruch von Pelikanol (alter Klebstoff), von Maggi-Würze, von Harz und frisch gesägtem Holz. Ich kann gar nicht aufhören! Bin neugierig auf euer Stück.“
Mit: Fiona Metscher und Yoshiki Matsuura (Posaune)
Chor: Jane Dunker, Ute Eisenhut (Chorleitung), Friederike Haar-Kliche, Jana Klimscha, Dillen Niedert, Antonia Reifferscheid, Marilene Mostert, Berat Vidinli.
2025
Aufbrüche in die Versöhnung
Stellen wir uns gemeinsam ein Happy End vor!
Ein Stimmbruchchor, bestehend aus Menschen, deren Stimmen altersbedingt, im Zuge einer Krankheit oder Transition fragil geworden sind, erzählt singend und sprechend vom Brechen – und vom Heilen. In ihrer musiktheatralen Inszenierung UNBREAK! – AUFBRÜCHE IN DIE VERSÖHNUNG sucht die Künstlerinnengruppe *POLAR PUBLIK hoffnungsvolle Erzählungen und versöhnliche Ausgänge. Und sie sucht dort, wo man diese nicht erwartet: in den Rissen gesellschaftlicher Spaltung und den Scherbenhaufen persönlicher Krisen. Bei der Recherche begleitet wurde sie dabei von Forscher*innen des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) und so verknüpfen sich persönliche Bruch-Erfahrungen mit wissenschaftlichen Beobachtungen und Utopien. Ein Abend, der die Hoffnung in dem findet, was uns Angst macht.
In Kooperation mit dem SOMMERBLUT KULTURBÜRO, der STUDIOBÜHNE KÖLN, dem FRIENDSBÜRO DER STADT AUGSBURG und dem FORSCHUNGSINSTITUT GESELLSCHAFTLICHER ZUSAMMENHALT
Gefördert durch das KULTURAMT DER STADT KÖLN, LANDESBÜRO FREIE DARSTELLENDE KÜNSTE NRW, AKTION MENSCH, KUNSTSTIFTUNG NRW und das MINISTERIUM FÜR KULTUR UND WISSENSCHAFT NRW